Schrottsorten

Für jede Tonne Stahlschrott, die anstelle von Roheisen bei der Stahlerzeugung eingesetzt wird, brauchen 1,5 t Eisenerz nicht abgebaut, 0,5 t Brennstoff ( Kohle, Schweröl ) nicht gefördert und nicht über weite Strecken transportiert zu werden.

Der Einsatz von Stahlschrott vermeidet z.B. in Deutschland Co2-Emissionen in einer Größenordnung von fast 24 Mio. Tonnen.

Das Schrottaufkommen stammt aus drei Quellen:
  • Eigenentfall der Stahlwerke und Gießereien, der auch Kreislaufschrott genannt wird
  • Neuschrott, der in der stahlverarbeitenden Industrie anfällt
  • Altschrott, der aus nicht mehr verwendungsfähigen und ausgedienten Verbrauchs- und Industriegütern aus Stahl besteht

Das gesamte zur Verfügung stehende Jahresaufkommen an Stahlschrott in Deutschland einschließlich der Schrotteinfuhr liegt bei rund 29 Mio. t ( Stand 2000 )

Man geht davon aus, dass ca. 45 % d. Stahlverbrauchsgüter nach 15 Jahren Lebensdauer wieder in den Wertstoffkreislauf einfließen.

Beim Aufkommen der Stahlrecycling-Wirtschaft entfallen auf den Neuschrott 6,6 Mio. t und auf den Altschrott rund 14 Mio. t

Der gesamte Verbrauch an Stahlschrott in Stahlwerken und Gießereien liegt zur Zeit weltweit bei knapp 400 Mio. t (Stand 2000).

Die Schrott- und Metallsorten:

Stahl unlegiert:
  • Moniereisen (Stahlstreben mit Betonanhaftungen)
  • Scherenschrott (Wandstärke ca. 4-6 mm)
  • Schreddervormaterial (leichter Sammelschrott)
  • Mischschrott (min. 3 mm Wandstärke)
  • Brennerschrott (Wandstärke ab 6 mm)
    Sorte 1: Stahlaltschrott min. 3 mm Wandstärke
    Sorte 2: Stahlneuschrott überwiegend über 3 mm
    Sorte 3: Stahlaltschrott über 6 mm Wandstärke
    Sorte 4: Shredderstahlschrott
    Sorte 5: Späne
    Sorte 6: Stahlneuschrott unter 3 mm (gepr.Pakete)
    Sorte 7: Stahlneuschrott unter 3 mm Wandstärke

Guss:
  • Handelsguss 3a (chargierfähig)
  • Handelsguss 3b (großstückig)
  • Maschinenguss 2a (chargierfähig)
  • Maschinenguss 2b (großstückig)
  • Bremsscheiben
  • Bremssättel
  • Schienenkupol, Rillenschienen (Straßenbahnschienen)
  • Kopfschienen (S-Bahn-Schienen)

Stahl legiert:
  • V2A, chargierfähig
  • V2A, großstückig (Spülen)
  • V2A Späne
  • V4A, chargierfähig (Salzwasser, Schwimmbäder)
  • Chromschrott Cr 13
  • Chromschrott Cr 17

Aluminium:
  • Al-Offset (Druckplatten)
  • Al-Späne
  • Al-Draht
  • Al-Folie
  • Al Blech
  • Al Schreddervormaterial
  • Al-Guss frei v. Fe (Al-Felgen)
  • Al-Guss max. 5% Fe
  • Al-Profile [neu;blank] (Fensterrahmen)
  • Al-Profile [alt; gemischt; teillackiert] (Fensterrahmen mit Farbe versetzt)

Messing:
  • Ms 58-Späne (Cu-Gehalt 58 %, Zn 39 % u. Pb 3 %)
  • Ms 63-Späne (Cu-Gehalt 63 %, Zn 37 %)
  • Ms-Mischspäne
  • Ms-Milbe (Bad Armaturen)
  • Ms-Draht
  • Bronze (Cu-Sn Legierung)

Kupfer:
  • Cu-Raff (Cu-Gemisch mit min. 95 % Cu-Gehalt)
  • Cu-Millberry (abisolierter Cu-Draht)
  • Cu-Kerze (neue Cu-Abschnitte, sehr rein)
  • Cu-Lackdraht
  • Cu-Oberleitung
  • Cu-Späne
  • Cu/Ms-Kühler (Autokühler)

Kabel:
(alle ohne Stecker)
  • Cu-Kabel Sorte 1 (min.50 % Cu-Inhalt)
  • Cu-Shredderkabel (ca.38 % Cu-Inhalt)
  • Al-Cu-Kabel
  • Al-Kabel Sorte 1 (min. 50 % Al-Inhalt)
  • Al-Shredderkabel (ca. 38 % Al-Inhalt)
  • Mischkabel/Erdkabel

Zinn/Zink:
  • Altzinkblech (Regenrinnen)
  • Altzinn (Zinnfiguren, Modeschmuck)
  • Reinzinn (zur Herstellung v. Orgelpfeifen)
  • Weißblechdosenschrott [verzinntes Eisenblech] (Getränke- u. Konservendosen)

Blei:
  • Auswuchtblei (Ausgleichgewichte zum Auswuchten)
  • Altblei (Angel- und Tauchgewichte)
  • Bleiakkus (Auto-, bzw. Staplerbatterien)

Motore:
  • E-Motore (Cu-Wicklung)
  • Trafos

Weiße Ware:
(Elektronikschrott)
  • Herde
  • Mikrowellen
  • Öfen
  • Kaffeeautomat


Buntmetalle:

Edelstahl:

V2A :
  • Nickel 8–9,5 % (Cr-Ni)
  • Chrom 16–16,5 %
  • Molybdän max. 0,5 %
    V4A :
    • Nickel 9-12 % (Cr-Ni-Mo)
    • Chrom 15-17 %
    • Molybdän 1,7–2,2 %






    Eigenschaften:
    • Silberglänzende Oberfläche
    • Nicht magnetisch bei Raumtemperatur;
    • Erhöhte Beständigkeit gegen Korrosion und Säuren.
    • Spülen, medizinische Geräte, Salzwasser, Schwimmbäder, chemische Industrie, etc.


    Aufbereitungsanlagen:

    Shredder:
    Wird ein Objekt in den Shredder gegeben, wird dieses durch Zerreiben, Zermahlen, Zerreißen oder Zerschneiden in kleine Bestandteile aufgelöst.
    -> Z.B.Autoverwertungen: Die Rohkarosse wird gepresst und anschließend durch eine Hammermühle in kleine, etwa faustgroße Teile zerteilt.

    Schere:
    Der oben eingefüllte Schrott fällt in einen Schneidraum unterhalb der feststehenden, horizontalen Messerkante. Die Abmessungen dieses Bereichs definiert zugleich auch die Produktgröße. Das Schneiden des Schrotts erfolgt dann durch ein horizontal arbeitendes Scherenmesser. Unmittelbar nach dem Abschneiden wird das Material durch den Messerhalter ausgeworfen.

    Brenner:
    Nachdem die Heizdüse mit einem Brenngas-Sauerstoffgemisch das Werkstück lokal bis auf Zündtemperatur erhitzt hat, wird die Gaszufuhr der Schneiddüse geöffnet, der Sauerstoff tritt unter hohem Druck aus und oxidiert den Stahl. Das Oxid, besitzt einen wesentlich geringeren Schmelzpunkt als Stahl und ist auch dünnflüssiger. Die Schlacke wird vom Sauerstoffstrahl aus der Fuge geblasen, gleichzeitig wird der Brenner kontinuierlich entlang der Schnittfuge weitergeführt, so dass der Brenner keine ausreichende Energie in das Werkstück einbringen kann und nicht in der Lage ist es aufzuschmelzen. Als Brenngase werden in der Regel Azetylen-Sauerstoff oder Propan-Sauerstoffgemische eingesetzt.

    Presse:
    Eine Schrottpresse ist eine meist hydraulisch betriebene Maschine, die dazu dient, das Volumen von Metallschrott zum besseren Transport zu reduzieren. Die Schrottpresse ist die Alternative zum Shredder, der die Autos in kleine Metallstücke zerreißt.


    Gefährliche Abfälle:
    • Krankenhausabfälle, Laborchemikalien, Filterstäube und Stoffe mit Schwermetallverunreinigungen.
    • Bau- und Bauabbruchabfälle müssen gleichfalls soweit sie getrennt anfallen, getrennt gehalten, gelagert, eingesammelt und befördert werden

    Dazu zählen folgende Fraktionen:
    • Glas ( Abfallschlüssel 170202)
    • Kunststoff (Abfallschlüssel 170203)
    • Metalle und Legierungen (Abfallschlüssel 170401-170407 und 170411)
    • Beton ohne gefährliche Stoffe (Abfallschlüssel 170101)
    • Ziegel ohne gefährliche Stoffe (Abfallschlüssel170102)
    • Fliesen, Ziegel, Keramik ohne gefährliche Stoffe ( Abfallschlüssel 170103)
    • Gemische aus Beton, Fliesen, Ziegel, Keramik ohne gefährliche Stoffe
    • (Abfallschlüssel 170107)

    Die folgenden gewerblichen Siedlungsabfälle müssen soweit sie getrennt anfallen, auch als getrennt gesammelte Abfallfraktion einer Verwertung zugeführt werden:

    Papier/Pappe ( Abfallschlüssel 200101), Glas (Abfallschlüssel 200102), Kunststoffe (Abfallschlüssel 200139), Metalle(Abfallschlüssel 200140) und bestimmte biologisch abbaubare Abfälle ( Küchen- und Kantinenabfälle, Garten– und Parkabfälle)
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